Dieses Schuljahr fing für uns in Harkány an. 60 SchülerInnen des 4. Jahrganges mitsamt 6 Lehrerinnen verbrachten da eine Woche in der „Waldschule für Minderheiten“.
Was wir da alles erlebt haben, erzählen wir nun der Reihe nach.
Wir
waren schon in der letzten Ferienwoche sehr aufgeregt

Vor dem Abendessen machten wir einen Stadtbummel in der Stadt. Wir wollten nicht nur das Lager sondern auch die Stadt kennenlernen, in der wir bis Freitag wohnen werden. Auf unserem Spaziergang trafen wir viele ältere Leute, die zur Erholung und Heilung diesen Ort aufsuchten. Die meisten von ihnen sprachen deutsch oder kroatisch.
Am Abend hatten wir schon wieder Spaß ??? Tanzhaus.
2. Tag: Dienstag, der 02. September
Ganztägiger Ausflug
Wir fuhren um 9 Uhr mit dem Bus los. Unser erstes Reiseziel war Großnarad(Nagynyárád).Unsere Begleiterin im Dorf war Frau Ripszam Rita Werkmeister. Mit ihr haben wir uns schon am vorigen Abend in Harkány getroffen. Während des Tanzhauses hat sie mit einigen unserer Mitschüler aus Liesch Puppen angefertigt.
Frau Ripszam hat uns vom Parkplatz aus in die Kirche begleitet. Sie erzählte uns über die Geschichte der Kirche und beantwortete nachher alle unsere Fragen.Nicht weit von der Kirche ist die alte und die neue Schule. Hier auf dem Hof haben wir landwirtschaftliche Geräte und Werkzeuge besichtigt. Sie haben in früheren Zeiten auf jedem Bauernhof die mühevolle Arbeit erleichtert.

Danach gingen wir in das alte Schulgebäde, wo seit 2002 ein Heimatmuseum untergebracht ist. Hier wurden wir in Kleingruppen eingeteilt und haben so die Ausstellungsräume besichtigt. Den Raum mit der Einrichtung einer früheren Schule und eines Kindergartens fanden wir toll. Wir haben uns in die Bänke gesetzt und die Lehrbücher, sowie das Klassenbuch auf dem Lehrertisch aufgeblättert. Unsere Lehrerin las den Lehrstoff des Tages und den Stundenplan vor. Manche Fächer fanden wir komisch, diese gibt es heute nicht mehr. Auch die deutsche Stube gefiel uns sehr. Wir durften in die Schränke hineinschauen und die schönen, wertvollen Trachtenkleider bewundern.
Zum Schluß besuchten wir Herrn János Sárdi, den Blaufärbermeister in seiner Werkstatt. Er erzählte uns über die Arbeitsgänge, zeigte uns die über 100 Jahre alten Werkzeuge und die auch heute noch funktionierenden Maschinen.
In der Mittagszeit nahmen wir von Frau Ripszam Abschied und bedankten uns bei ihr für den wunderschönen, erlebnisreichen Vormittag.
Am Nachmittag um 13 Uhr kamen wir in Bóly an. Wir wurden von der Lehrerin Frau Győri, Katharina Meiszter sehr herzlich empfangen. In der Aula der Schule gab es zu trinken und zu essen. Wir durften den berühmten Lebkuchen aus der Lebkuchenwerkstatt von Csaba Tárnoki probieren. Auch die Schule und der Hof mit dem Schwimmbecken wurden uns unter der Führung der Schuldirektorin Frau Bischof Maria Brandl gezeigt.
Dann
führte unser Weg zuerst mit dem Bus nach Békáspuszta außerhalb
des Dorfes weiter.
Einige Geräte durften wir sogar ausprobieren,
so zum Beispiel den Futterschneider. In einem Raum sahen wir
viele Sorten von Getreide. Was uns sehr fasziniert hat, war ein
Landschaftsbild an der Wand aus verschiedenen Samen und Körnern.
Natürlich freuten wir uns auch dann, als wir die Pferde
besichtigen durften.
Auf dem Weg zurück zum Bus schauten wir noch
die berühmten Merino Schafe an. Die Reise ging dann zurück in das
Dorf Bóly.
Ein Osterbrauch der deutschen Einwohnern ist der
sogenannte „Emausgang”, wobei die Familien den Nachmittag
am Ostermontag bei Trank und Schmaus (beim Essen und Trinken) im
Kreise von Verwandten und Freunden im Weinkeller verbringen.
Mit
vielen schönen Erlebnissen kehrten wir nach Harkány zurück. Wir
erfuhren noch im Bus, dass unsere Lehrerin einen Austausch mit der
Bólyer 4. Klasse für den Frühling plant. Wir würden uns sehr freuen,
wenn wir die Schüler bei uns in der Schule, in unseren Familien und
in der Stadt empfangen könnten.
3. Tag: Mittwoch, der 03. September
Nach dem Frühstück wurden wir in Gruppen verteilt und es begann der Handwerkervormittag, auf den wir uns sehr freuten.
Aber ohne die
Hilfe unserer Eltern und des Küchenchefs im Hotel wäre der Vormittag
gewiss nicht so gut gelungen. Sie haben die Deckchen maßgeschnitten
und die Kartoffeldrucke mit sehr schönen Mustern schon zu Hause
geschnitzt. Sie haben für den Lebkuchen schon zu Hause den Teig
geknetet und die Ausstechformen mitgeschickt. Der Chef in der Küche
hat uns beim Ausstechen und beim Backen geholfen und uns alle, zu
unserer größten Überraschung, mit Melonen und belegten Brötchen
versorgt.
Den Lebkuchen konnten wir schon am Nachmittag essen, die
Kerzen bekamen unsere Eltern als Geschenk und mit den wirklich sehr
schön gelungenen Deckchen haben wir zu Hause unsere Wandzeitung, die
Regale und die Lerntische geschmückt.
Am Nachmittag des dritten Tages fuhren wir nach Siklós. Alle warteten schon aufgeregt auf die Besichtigung der Burg. Aus dem Bus erblickten wir die Burg nach 10 Minuten Fahrt. Sie steht in der Mitte der Stadt Siklós auf einem Hügel. Vom Busbahnhof führte ein breiter Weg auf den Hügel hinauf. Unseren Lehrern kam der Film „A Tenkes kapitánya” in Erinnerung. Einige kannten noch das Lied und die Melodie aus dem Film, der hier gedreht wurde.
4. Tag: Donnerstag, der 04. September
Am Donnerstag mussten wir leider zum Unterricht. Das Lernen war aber nicht so anstrengend, wie wir es am Anfang dachten. Im Deutschunterricht bearbeiteten wir das Märchen „Der arme und der reiche Bauer”. Dieses Märchen ist in dem Buch „Der Teufelsberg” von Ede Herger zu finden. Auch die Sage, „Der Teufelsberg”, mit der wir uns in der Ungarischstunde beschäftigten, befindet sich in diesem Band.
Was wir mit dem Märchen gemacht haben?
Danach sollte jeder Schüler, als Kind des armen Bauern, eine schöne Einladungskarte anfertigen und die Verwandtschaft: die Großeltern, die Tanten und Onkeln, die Cousinen und Cousins zur Melonenernte, zum Melonenfest einladen.
In Ungarisch haben wir die Sage „Der Teufelsberg” mit unseren Ungarischlehrerinnen am Nachmittag ähnlich bearbeitet.
Aus unseren Programmen konnte natürlich auch Sport nicht fehlen. Am Donnerstag Nachmittag machten wir einen Sportwettbewerb. Wir haben alle gewonnen. Und wie wir uns gefühlt haben? Das könnt ihr raten.
In
Harkány ist das Wasser von besonderer Bedeutung, das Wasser des
Thermalbades ist für seine Heilkraft weit und breit bekannt.
Wir
durften am Nachmittag für je eine Stunde ins Hallenbad des Hotels
gehen und im wunderschönen Becken herumschwimmen und planschen.
Es
war so schön, einander unser Können beim Schwimmen und Tauchen, den
Handstand und andere Kunststücke zeigen zu dürfen.
5. Tag: Freitag, der 05. September
Am
Vormittag machten wir einen Ausflug nach Szársomlyó. Während der
Wanderung fertigten wir eine „Stocklandkarte” an. (Ein
farbiges Band wird um einen Stock gewickelt. Die Farben bedeuten die
verschiedenen Landschaften: blau ist Wasser, grün ist Wiese usw.)
Ein
Mitarbeiter des Nationalparks „Donau-Drau” führte uns zum
Teufelsberg. Unterwegs machte uns der Leiter auf die besonderen
Pflanzen und Tiere aufmerksam und erzählte über den Berg. Wie der
Berg seinen Namen erhielt, konnten wir schon vorher erfahren, als wir
die Sage gelesen und bearbeitet hatten. Jetzt durften wir an Ort und
Stelle die Spuren des Teufelspfluges beobachten, sind in jenen
Furchen mühsam zur Bergspitze gestiegen. Von dem Kamm hatten wir eine
wunderschöne Aussicht auf die Drauebene. In der Nähe des Gipfels
entdeckten wir die Überreste einer alten Burg. Vom Stein in Höhe 442
m hatten wir das Gefühl, riesig zu sein.
Erschöpft, aber voller
Erlebnisse kamen wir am Fusse des Berges an.
Am Nachmittag ca um 15 Uhr fuhren wir mit dem Bus heim. Es war schön, müde und glücklich zu Hause anzukommen und zu erzählen.
Pécs, im November 2003