Ausstellung Kán

Vom 20. November bis zum 4. Dezember 2004 wurde die Ausstellung mit dem Titel: "Kán, oder die Errinerrungsbilder eines schwäbischen Dorfes" veranstaltet. Der Veranstalter heißt David Ferge und ist zur Zeit Abgangsschüler unseres "Valeria Koch" Gymnasiums. Dies war auch der Grund, wieso als Schauplatz der Ausstellung die Aula des Gymnasiums gewählt wurde.

Einen Artikel, sowie die Eröffnungsrede können Sie hier lesen.

Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
-bald wird es schnei’n,
weh dem, der keine Heimat hat.”
(Friedrich Nietzsche: Ohne Heimat)

Der letzte Grabstein, oder der archaische Torso eines verstorbenen Dorfes

Ich habe mich verspätet. Wir haben uns verspätet. Jeder Versuch, der sich zum Ziel setzt, etwas zu erhalten, muss einsehen, dass er nicht in der Lage ist sein wirklich Ausgesetztes zu erreichen. Denn wie man sich ein Programm vorstellt, ist immer anders als es wird! Diesem Problem muss jeder entgegensehen. So auch ich. Dies ist das Problem des Vergessenwerdens. Vor ein paar Jahren machte ich mich bereit, meinen Ahnen nachzuforschen. Denn ich wollte in meiner Abstammung sicher sein. (Dieses empfehle ich jedem), ein herzdrückendes Gefühl ist es, wenn der Mensch sich unischer fühlt, und nicht weiss woher er kommt. Dies war der Grund, weshalb ich die Situation der Vorfahren so wichtig finde. Denn ohne unsere Vorfahren würden wir nicht exestieren. Viele sind aber leider, wegen der fehlenden Besorgensbewegtheit in das Vergessen geraten.
Im Dezember des Jahres 2004 hatte ich eine Ausstellung in meinem Gymnasium (Valeria Koch Bildungszentrum) Dies trug den Titel:“ Kan, die Bilder eines schwäbischen Dorfes“. Damit wollte ich all das zeigen, was sie alles (also das Dorf Kan) hatten, und weiter geben, und was alles verloren ging. Was alles sie wirklich verloren haben. muss jeder für sich entscheiden können, aber ich bin der Meinung, dass der Anblick ungepflegter Gräber von all dem viel zu sagen hat, dies war das Grundmotiv meiner Sammlung zur Ausstellung.
Zu der Idee Kan, zu besuchen, kam ich durch das Fernsehen. Vor zwei Jahren sah mein Vater und ich einen Bericht über das Kaner Filmfestival. (Dies ist das Branauer Kan, das jedes Jahr auch ein Filmfestival zusammenbringt, und dies ist auch das Kan, von dessen neuem Friedhof ich meine Ausstellung hielt.) Ich war gespant, was es dort alles noch so gibt. Ich stelle Ihnen hiermit das Dorf Kan herzlich vor:

Dorfgeschichte von Kan

De erste Erwähnung von Kan ist aus dem Jahre 1126. In der türkischen Besatzungszeit ist es entvölkert worden. Im XVIII. Jahrhundert wurden Siedler in das Gebiet gebracht, die dann das Dorf wahrhaftig aufblühen liessen. Der Schickalsschlag des Dorfes ist das Jahr 1945, denn die russischen Besetzer deportierten fast alle Bewohner des Dorfes. Politische Versuche wollten zu verschiedenen Kulturen Angehörende hier einsiedeln. Es gab aber kein Aufwärts mehr. 1978 verlor es die Selbstverwaltung und ist dann schliesslich unbewohnt geworden. Heute, falls wir es besuchen, können wir ein schönes Feriendorf finden. Man hat im Jahr 1999 das Dorf in Schutz genommen und führt seit der Zeit einen harten Kampf mit der Natur. In den Aufzeichnungen von István Debitzky (ehem. Direktor an dem Fünfkirchner Pollack Mihály Technikum für Bauwerk) können wir das Jahr des ersten Grabsteines im "neuen Friedhof" finden-1901, und auch den letzten aus dem Jahr 1961.
Als ich das ganze Dorf, und somit seine Geschichte in Bildern für mich festhielt, wurde mir klar, dass ich daraus eine Ausstellung schaffen muss.
Hier will ich für die Unterstützung meiner Schule und für die Beihilfe von Máté Csallós recht herzlich, für alles danken: Danke schön !

Kan, oder die Erinnererungsbilder an ein schwäbisches Dorf

2004. Fröhlich können wir bekannt geben: Wir sind in Europa angekommen! Anschließen, wir haben uns angeschlossen. Entwicklung, wir entwickeln uns. Also tun wir so, wie es uns Gott vorgeschrieben hatte; mehren und vermehren uns heil und gesund, daneben konzentriert sich der Mensch fast gar nicht mehr auf andere Dinge. Deswegen bitte ich alle, diese Bilder anzuschauen.


Schauen wir uns die Bilder eines solchen Dorfes an, das von seiner geographischen Lage her, sich mit uns in den Bund der Europaischen Union angeschlossen hat. An einem Bund in dem wir nicht nur materielle Dinge mitbringen sollten, sondern, hauptsachlich Ideen, Kultur, Gepflogenheiten und Bräuche. Die „Muschel des Venus” wird hoffentlich zur Wiege der neuen Ideen und Ideologien. Ob diese zusammenbringende Idee, die Idee der Einheitlichkeit in sich selbst auch den Fakt verbirgt, dass wir unsere Erinnerungen von Zeit zu Zeit verlieren. Von welchen Erinnerungen spreche ich hier eigentlich? Von unserer Vergangenheit, von den Vorfahren. Also von unserer eigentlichen Wiege. Der Mensch ist sich nimmer sicher woher er stammt, woher sollte er es auch wissen, seine Vorfahren wussten es auch nicht. Aber wenn wir nicht, dann werden unsere Kinder, die nachkommende Generation viel weniger auf die Vergangenheit zurückschauen können. Ihre Vergangenheit (damit auch unsrere), ihre Vorfahren (unsere Vorfahren) geraten ins Vergessen. Sollte dies wirklich dass Ziel der europäischen Gemeinschaft sein? Ich denke nicht. Dieses fortdauernde Vergessen tun wir uns selbst an. So stell ich die Frage an euch, und an mich selbst! Was können wir noch vergessen, außer unsere Vorfahren? Und was haben wir schon vergessen?Antwort auf die zweite: Auf das, woran wir uns nicht mehr erinnern können.

Ohne unsere Verganganheit, sind wir nichts. Eine Boje, die von den Wellen hin und her getrieben wird. Was nimmer einen ausgebauten Kontakt zu dem Meeresboden halte. Dieser Kontakt ist unsere Vergangenheit, ohne dies ist unser Sein eine einfache Abtriftung.

Meine Ausstellung wollte den Friedhof, eines solchen Dorfes verewigen, der sehr selten von den Nachkömmlingen aufgesucht wird. Verewige ihn, bevor wir ihn völlig vergessen…

Fals einmal auch uns’re Grabe’
wird keine Blume schmücken.
Und geben wird es keine Spuren,
in dem sie uns sehen bekommen.

Bin der Meinung, dass diese wenigen Ungarndeutschen zwei sehr wichtige Dinge ins auf uns lassen:

Die Erinnerung und das Zusammenhalten.

Vielleicht stehen diese zwei Dinge gar nicht so weit von einander entfernt.

Nur der stirbt, der vergessen wird.”


20. September 2004

David M. Ferge