Europatag 2010

(http://ccll-eu.eu/cms02)

6. Internationale Konferenz des Comenius Netzwerks Common Constitution and Language Learning“ ist der offizielle Name des vom 08-12 September in Pécs, in unserer Schule stattgefundenen Programms. Sowohl Schüler, als auch unsere Lehrer und eingeladenen Gäste machten mit und zeigten volles Engagement.

Absolutely amazing!“, meint Alan Brown, einer unserer englischen Besucher (übrigens waren er und die anderen Gäste auch von der Stadt Pécs derselben Meinung). Er zeigt mir einen kleinen Stoffbären mit grüner Jacke und Zipfelmütze – Robin Hood – und lässt mich erraten, dass er aus Nottingham kommt. Als ich ihn frage, was seiner Ansicht nach Ziel des Projektes ist, antwortet er: „Ziel ist Kultur und Bedürfnisse anderer zu verstehen, sowie Harmonie und Freundschaft zwischen Einwohnern verschiedener Länder zu schaffen.

Genau: die wichtigste Aufgabe dieser paar Tage war, die Minderheiten Ungarns und deren Lebensweise besser kennen zu lernen und so Stereotypen, Vorurteile zu verbannen.

Edmund Ohlendorf machte diesmal „nur“ als Referent mit, war aber einer der Gründer des ursprünglichen Vorhabens, Common Culture, das 2003-2006 existierte. Nach der Erzählung von Herrn Ohlendorf begann alles in Brüssel am Mittagstisch mit einigen Kollegen. Es kam die Idee einer Veranstaltung, die das Thema der Fremdsprachen und der Politik beiderlei behandelt.

Aber wie läuft das ganze hinter den Kulissen ab?

Edmund Ohlendorf verrät es mir: es werden Aufträge von Institutionen in Brüssel eingereicht, wo sie einem sehr brutalen Auswahlverfahren unterworfen werden. Schon der kleinste Fehler im Antrag bedeutet ein sofortiges Aufwiedersehen. Und was das Rezept für gute Gewinnschancen ist? Exzellente Ideen und mehrere internationale Partner. Zum Glück fehlte es unserer Schule an diesen Ingredienzen nicht.

Meiner Neugierde entwischen konnten auch drei sehr nette Holländer nicht, die mir bereitwillig etwas über sich erzählten. Wilbert Beurskens, Louis Seelen und Ben Bettinger kamen aus Venlo, wo sie in einer bilingualen Schule unterrichten. Ein kleiner Vergleich: wir hier am Valeria Koch Gymnasium sind ca. 240 Gymnasiasten – dort gibt es allein so viele Lehrer und rund 10x so viele Schüler und Schülerinnen.

Im Workshop behandelten Wilbert Beurskens und Louis Seelen das Thema „Gründung eines bilingualen Zweiges: welche Schritte zuerst?“, Ben Bettinger beantwortete die Frage „Wie bringt man Schülern Europa Schritt für Schritt näher?“. Die drei Herren sind engagierte Mitglieder des CCLL Network Venlo.

Professor Hilary Creek kam aus der G.B. Brocchi School in Italien, ursprünglich stammt sie aber aus England. Ihre große Liebe ist das Fach Geschichte, das sie in englischer Sprache an der Schule unterrichtet. Als ich auch sie frage, wofür dieses Projekt stehe, antwortet sie: „Unser Ziel ist es, Vorurteile zu beseitigen und Menschen dazu zu bringen, besser zusammenzuarbeiten.“

Als letztes bitte ich noch den Hauptorganisator, Detlev Hoffmann um ein ganz schnelles Interview. „Für die Jugend habe ich immer Zeit.“, sagt er und fängt an zu reden:

Unser Kontinent ist ja multilingual! Es ist also wichtig, das Thema ‚Europa’ in den Fremdsprachenunterricht zu integrieren. Man muss Europa für die jungen Leute interessant machen, aber nicht nur durch trockene Theorie. Sie müssen von selbst draufkommen, wie wichtig die EU für sie ist. Viele wissen nicht, dass 60% der auch sie betreffenden Entscheidungen nicht im Parlament ihrer Heimat, sondern in Brüssel getroffen werden. Kein Wunder also, dass nur 14% der jungen Leute zur Wahl gingen. Die Jugendlichen müssen mehr über Europa lernen, als ihnen im Unterricht übermittelt wird. Man soll Methoden finden, durch die sie sich selbstständig mit – im wahrsten Sinne des Wortes – grenzüberschreitenden Problemen auseinandersetzen können. Diesen Zweck hat z.B. das Jugendparlament, das zwischen Frankreich, Deutschland und der Schweiz zustande kam.

Die 3 Jahre Vorbereitung haben sich also gelohnt, denn ganz sicher hat jeder von uns viele neue Kenntnisse über die Nationalitäten in Ungarn gesammelt. Von Tanz und Musik über Religion bis hin zur Küche und Volkstracht – kein Aspekt blieb unbehandelt, keine Frage unbeantwortet.

1Zu Deutsch: „Einfach erstaunlich!”

Daniela Amon

Die entstandenen Fotos können Sie hier anschauen.